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29.09.2009

Gespräch mit der DeHoGa

„Wir brauchen eine starke Gastronomie im Schwarzwald“

Enzklösterle/ Calw (hk). Helmut Schäfer, Hotelier in Enzklösterle, schilderte dem CDU Kreisvorstand die wirtschaftliche Lage der lokalen Gastronomie. Deutliche Rückgänge in den Übernachtungszahlen und die hohe Umsatzsteuerbelastung führten zu einer lebendigen Diskussion über politische Lösungsbeiträge.

Die touristischen Bemühungen des Nordschwarzwalds in einem „Touristischen Aktionsbündnis Nördlicher Schwarzwald" (TANS) neu zu strukturieren sei „allerhöchste Zeit" gewesen. Zu diesem Fazit kam der DeHoGa-Kreisvorsitzende Helmut Schäfer in einem Gespräch mit dem CDU Kreisvorstand. Unisono zeigte man sich glücklich, dass mit der Schwarzwald Tourismus GmbH die touristischen Bestrebungen unserer Region gebündelt wurden. In der Vergangenheit, so eine Kritik, gelang dies durch Kommunikations- und Koordinationsdefizite nicht immer.

Von den bisherigen Arbeitsergebnissen des TANS, darunter ein detailliertes Strategiepapier, zeigte sich Schäfer zufrieden. Mit dem Bad Wildbader Bürgermeister sei ein ausgewiesener Tourismusexperte für den Vorsitz des Gremiums gewonnen worden.

Nichtsdestotrotz fehle es nach wie vor oft an Köpfen in den einzelnen Kommunen, die den Tourismus forcieren. Engagiert steuerte Schäfer Ideen zur Tourismusförderung bei, so etwa eine Vernetzung von Nagold- und Enztalradweg.

Die Probleme des deutschen Hotel- und Gaststättenverbands prägten die weitere Diskussion. Teils enormen Rückgängen in den Übernachtungszahlten stünden unvermindert hohe Fixkosten gegenüber. Verwaltungsaufgaben, Marketing und Internetpräsenz sowie Fluktuation bei der Belegschaft belasten insbesondere kleine Hotels und Gastronomien. Viele Betriebe stehen vor einer ungelösten Nachfolgeregelung. Nur mittels Investitionen blieben die Einrichtungen attraktiv, doch dafür fehle vielfach das Kapital.

Von der Politik forderten die DeHoGa-Repräsentanten insbesondere Unterstützung in der Steuerpolitik. Wirte kaufen Lebensmittel zu dem verminderten MwSt-Satz von 7% ein. Im Verkauf stünden allerdings die regulären 19% zu Buche. Dies „zerbricht das Preisgefüge" der Wirte, wie Rolf Berlin und Dieter Wieland ausführten. Zudem wiesen sie auf die immense Konkurrenz aus Frankreich und den Alpenländern hin.

Hans-Joachim Fuchtel, MdB, bekannte, dass ihm an der Wettbewerbsfähigkeit der DeHoGa-Unternehmen gelegen sei: „Wir brauchen eine starke Gastronomie im Schwarzwald." Allerdings stellte er ebenfalls deutlich, dass ihm als Haushaltspolitiker an einem ordnungspolitisch klaren Politikstil gelegen sei.

Fuchtel wies darauf hin, dass die Forderung nach einer flächendeckenden Mehrwertsteuersenkung für Gastronomen eine Debatte über 4,2 Milliarden Euro bedeutet. Andererseits betonte Fuchtel, dass die Hotellerie und Gaststätten zusammen mit dem Gesundheitssektor bis zu 30% zur regionalen Wirtschaftsleistung ausmache. Deutschland brauche ein DEHOGA-Gewerbe, das konkurrenzfähig sei. Das müsse bei der Abwägung unbedingt zugunsten des Gewerbes berücksichtigt werden. Wettbewerbsnachteile müssten abgebaut werden. Insbesondere die Abschaffung der kalten Progression lautete eine der Forderungen von MdB Fuchtel: „Leistung muss sich lohnen!"

Am Ende der Diskussion unterstrich Thomas Blenke MdL: „Die CDU ist die Partei des Handwerks und des Mittelstands". Entsprechend stünde sie auch an der Seite von Hotellerie und Gastronomie.

Unterdessen hat der CDU-Kreisverband Calw seine Mitgliederzahl weiter gesteigert. 912 Personen engagieren sich nunmehr in der Partei.

Von: Holger Kiefer | CDU Internetbeauftragter