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05.02.2010

Neujahrsempfang

Das Thema Bildung stößt auf große Resonanz

Wildberg. Der traditionelle Neujahrsempfang der CDU Wildberg stand in diesem Jahr unter dem Thema Bildung. Nachdem erst wenige Tage zuvor die Image-Kampagne des Kultusministeriums alle Haushalte erreicht hatte,  war man brandaktuell. Staatssekretär Georg Wacker, zweiter Mann im Ministerium für Kultus, Jugend und Sport nach Minister Rau war die Idealbesetzung, um das schwierige und heiss diskutierte Thema darzulegen und die zahlreichen Besucher von den „Ideen für eine bessere Bildung“ zu überzeugen.

Die Vorsitzende Rosemarie Röhm-Frenzel hatte eingangs das schulische Umfeld der Schäferlaufstadt vorgestellt, das durchaus repräsentativ sei für die Kommunen im ländlichen Raum. Sie liess den Gast aus Stuttgart jedoch auch wissen, dass die Stimmung an den Schulen derzeit sehr aufgeheizt ist: überforderte Gymnasiasten des G8-Zugs, von Ängsten geplagte Grundschüler und deren Eltern, wenn es auf den Übergang in die 5. Klasse zugeht und Lehrer, die sich der Situation bisweilen auch nicht mehr gewachsen fühlen, waren die Stichworte. Dazu der Dauerbrenner „Unterrichtsausfall“ und die Frage, ob es denn vertretbar sei, dass Viele in die Nachhilfe flüchten und damit die Chancengleichheit der Kinder auf der Strecke bleibt.

In Wildberg habe man auf die Beantragung der Werkrealschule ganz bewusst verzichtet, weil man das  Bildungszentrum – Real- und Hauptschule unter einem Dach – als ideale Lösung mit grösst möglicher Durchlässigkeit bewertet, ergänzte Bürgermeister Bünger. Er empfohl der Landesregierung diese Variante sogar als Modellschule.

Wenngleich der Fokus des Abends auf der neuen Werkrealschule lag, so war es dem Gast aus Stuttgart wichtig, den Bildungsstandort Baden-Württemberg im Ländervergleich als einen der besten zu preisen. Es sei keine Frage, dass sich das gegliederte Schulsystem bewährt habe und letztlich Jugendlichen die individuell beste Förderung garantiere, mit zahlreichen Übergangsmöglichkeiten.

Die an vielen Schulstandorten zum Beginn des neuen Schuljahres eingeführte Werkrealschule habe insbesondere Schüler mit praktischen Talenten vor Augen und wolle diesen die best mögliche Förderung zukommen lassen. Man reagiere mit dieser neuen Schulart auf Veränderungen in  Gesellschaft und schulischen Umfeld und wolle mehr Schülern die Möglichkeit zur Erreichung eines mittleren Bildungsabschlusses eröffnen. Letztlich werde damit der Start ins Berufsleben erleichtert, so der Staatssekretär. Die Situation in den Schulklassen sei heute gekennzeichnet von einer immensen Heterogenität, hinzu komme die Problematik drastisch zurückgehender Schülerzahlen.

Die Werkrealschule neuer Prägung sei hier die richtige Antwort, werde doch ganz nah am Arbeitsmarkt ausgebildet. Noch während der Schulausbildung finde eine berufliche Grundqualifikation statt, werde der Weg in die Betriebe geebnet. Um breit gefächerte Qualifikationen anbieten zu können, erfordere dieses neue Schulmodell jedoch eine Mindestschülerzahl, rechtfertigte Wacker die Erfordernis der Zweizügigkeit. Schulen, die mangels Kooperationspartnern oder der spezifischen Situation vor Ort, vorerst an der Hauptschule festhalten, bräuchten keinerlei Nachteile zu befürchten, da der Umstieg zu jeder Zeit auch später noch möglich sei und darüber hinaus die jeweilige schulische Situation andere Kooperationen zulasse. Das in Baden-Württemberg einzigartig ausgeprägte duale Ausbildungssystem in Verbindung mit dem gegliederten Schulsystem jedenfalls  biete die besten Voraussetzungen für eine flexible Schullaufbahn nach dem Motto: Kein Abschluss ohne Anschluss.

In mehreren Diskussionsrunden tauschte sich ein gut informiertes Publikum mit dem Experten des Kultusministeriums aus, gab aber auch so manches Bedenkenswerte mit auf den Weg nach Stuttgart.

So blieb der Vorsitzenden abschliessend, dem Gast herzlichen Dank zu zollen für einen rundum gelungenen Polit-Abend. Ein kleines Gastgeschenk in Form eines Obstkorbs sollte entschädigen für kompetente und umfassende Informationen und einen regen Dialog.

Von: Rosemarie Röhm-Frenzel