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05.05.2010

Tourismus als Wirtschaftsfaktor im Kreis Calw

CDU diskutiert über die touristische Vermarktung des Nordschwarzwalds

Schömberg/ Kreis Calw (bf). Der CDU Kreisvorstand hat sich in seiner letzten Sitzung mit der Frage auseinandergesetzt, wie sich der Schwarzwald in dem hart umkämpften Tourismus-Markt behaupten kann. Dabei war mit Bad Wildbads Bürgermeister Klaus Mack ein Referent mit ausgezeichneter Expertise eingeladen. Mack ist Vorsitzender des ›Touristischen Aktionsbündnis Nordschwarzwald‹ und Vorkämpfer für ein stärkeres Engagement von Kreis und Kommunen im Tourismus. Die aktuellen Bestrebungen, eine zentrale Vermarktung der Marke ›Schwarzwald‹ unter dem Dach der Schwarzwald Tourismus GmbH zu erreichen, sieht Mack ausgesprochen positiv und alternativlos.

»Während der Südschwarzwald in den letzten 20 Jahren Zuwachsraten von etwa 18% bei den Übernachtungen verzeichnen konnte, hat der Nordschwarzwald ein Minus von 14% hinnehmen müssen«, skizzierte Mack die bedenkliche Entwicklung. Dabei biete der Nordschwarzwald mit seinen vielen Wellness- und Bäder-Angeboten einen hohen Freizeitwert für Urlaubsgäste. Insbesondere der Tagestourismus habe noch Ausbaupotential. Die günstige Verkehrslage zu den großen Ballungsräumen Stuttgart und Karlsruhe biete zusätzliche Chancen, eine Vermarktungsstrategie zum Erfolg zu führen. Gerade die lukrativen Tagestouristen würden im Durchschnitt etwa 28€ pro Tag Umsatz in die lokalen Gaststätten und Einrichtungen bringen. Mack berichtete von einer gewissen Aufbruchstimmung, die derzeit unter Hoteliers und Gastwirten spürbar sei und forderte, dass in Anlehnung an das Tiroler Modell jetzt eine zentrale Vermarktung die einzelnen kommunalen Werbe-Auftritte ablösen müsse. Die direkte nationale Konkurrenz mit Bodensee oder der Schwäbischen Alb, aber auch die internationale Konkurrenz in den anliegenden europäischen Staaten machen es erforderlich, die Kräfte zu bündeln. »Auch wenn der Schwarzwald ein großes räumliches Gebiet ist, müssen wir unseren Standort gemeinsam attraktiv vertreten«, so Mack. Obligatorisch ist für ihn dabei die zusätzliche Bildung von kleineren kommunalen Zusammenschlüssen unter dem Dach der Marke Schwarzwald. »Freiburg ist als Sitz der Schwarzwald-Tourismus GmbH eine gute Lösung, die örtlichen touristischen Aktivitäten sollten aber auch in kleineren Einheiten effizient aufgestellt sein.« So habe gerade das Nagoldtal oder auch das Enztal bestes Potenzial für eine erfolgreiche touristische Vermarktung. Seinen Vortrag schließt Klaus Mack mit dem Hinweis, dass das Touristische Aktionsbündnis  Nordschwarzwald auch Schulungen für die Beschäftigten im Tourismus anbiete – so seien bereits über 200 Mitarbeiter in den unterschiedlichsten Kompetenzen geschult worden: »Den Wachstumsmarkt ausländischer Gäste zu erschließen macht ja nur Sinn, wenn vor Ort eine Fremdsprache gesprochen wird. Deshalb legen wir Wert auf die Schulung der Sprachkompetenz.«

CDU Kreisvorsitzender Thomas Blenke ergänzte den Vortrag und betonte im Hinblick auf die Veränderungsbereitschaft der Akteure: »Wer nicht mit der Zeit geht, der geht mit der Zeit«. Er knüpfe große Erwartungen an die Initiative und wolle diese gerne durch parlamentarische Anfragen in Stuttgart stützen. So sei das Tiroler Modell mit einem zentralen Vermarktungsansatz sicherlich eine wichtige Anregung, die es auch auf Landesebene zu diskutieren gelte.

Von: Benjamin Finis | CDU Pressereferent