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20.07.2010

Wirtschaftliche Stärke der Region

CDU Kreisvorstand diskutiert über wirtschaftliche Konstitution des Landkreises Calw

Oberreichenbach/ Calw (hk). In Ulm ist die Pharmabranche stark präsent, rund um Karlsruhe hat sich eine Technologieregion gebildet, auch in Villingen-Schwenningen und Tuttlingen konzentriert sich ein Branchenschwerpunkt. Welche Kernkompetenz weist die Wirtschaft des Landkreis Calw auf? Eine Frage, der sich die CDU in ihrer jüngsten Kreisvorstandsitzung stellt. 

Laut Thomas Blenke( MdL) weist der Landkreis Calw drei Besonderheiten auf. Er sei umgeben von Ballungsräumen ohne selbst ein solchen zu sein. Der westliche Teil des Landkreises sei touristisch, der östliche Teil mittelständisch geprägt. Es gebe kein ausgeprägtes Cluster, also kein branchenspezifisches Netzwerk, in dem Unternehmen ihre Kompetenzen austauschen könnten, um voneinander zu lernen und somit ihre Produktivität zu steigern.

In einem Impulsreferat analysiert Martin Keppler, Hauptgeschäftsführer der IHK Nordschwarzwald, die Entwicklung der Region. Im Vergleich zu anderen Regionen Baden-Württembergs werden im Landkreis Calw Defizite sichtbar. Bei Kennzahlenvergleichen schneidet der Kreis Calw regelmäßig schwach ab – außer in der Arbeitslosenstatistik. 

Für welchen Cluster, für welche wirtschaftliche Kompetenz steht nun unser Kreis? In Nagold gibt es bisher ein Projekt, das sich erfolgreich um die Zielgruppe Mittelstand kümmert. „Wir sollten vermehrt über solche Instrumentarien nachdenken.“ so Keppler. Hierzu braucht es Impulse aus der Politik. Dafür jedoch muss die Wirtschaft klar wissen, wo die zukünftigen Schwerpunkte liegen. Allerdings sei dies noch nicht geschehen, weil es schwierig sei, Cluster und Wachstumsmärkte zu identifizieren,  so Keppler.

Die „Hardware“ für wirtschaftliche Vitalität zu installieren – eine vernünftige Verkehrsinfrastruktur mit S-Bahn-Anbindungen und effizientem Straßennetz, dazu qualifizierte Gewerbeflächen und Breitbandverbindungen – für dies seien Kommunalpolitiker hinreichend sensibilisiert. Doch wie sieht es mit der „Software“ im Wirtschaftsprozess aus? Die Innovationsrate, die sich aus dem Innovationsindex gewerblicher und technischer Bereich ableitet, sieht den Landkreis Calw auf Platz 35 von 44.

Neben der fehlenden Innovationskraft ist der Fachkräftemangel das zweite heiße Eisen. Im Arbeitsamtsbezirk Nagold fehlen allein 200 Auszubildende im Tourismussektor. Hinzu kommen der demographische Faktor und das hohes Auspendlersaldo im Landkreis Calw. Wieder Keppler: „Den Bürgerinnen und Bürgern gefällt es hier, aber das Geld wird woanders verdient.“ Überdies sei in unserer Wirtschaft die Automobillastigkeit zu hoch.

Nach Kepplers Einschätzungen wurde in einer ausgiebigen Diskussion eine Lösung gesucht, wie man die Region nach innen und außen stärken kann. Von einer gemeinsamen Vermarktung des Nordschwarzwalds war die Rede, Modellprojekte in benachbarten Kreisen – etwa das Innovationsnetzwerk „Kunststoff“ im Landkreis Freudenstadt – wurden unter die Lupe genommen.  Das Thema „Wirtschaftsstandort“ hat uns die letzten Jahrzehnte beschäftigt und wird dies auch in Zukunft tun, darin waren sich die Diskussionsteilnehmer einig.

 

Bildunterschrift

Thomas Blenke, MdL und CDU-Kreisvorsitzender, Martin Keppler, Hauptgeschäftsführer der IHK Nordschwarzwald und Klaus Mack, stellvertretender CDU-Kreisvorsitzender bei der Erörterung der wirtschaftlichen Situation des Landkreises Calw

Von: Holger Kiefer | CDU Internetbeauftragter