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28.09.2010

Gesundheit | Heilklimatische Kurorte

CDU-Landtagsabgeordneter Thomas Blenke sensibilisiert Sozialstaatssekretär Dieter Hillebrand für Anliegen der heilklimatischen Kurorte im Landkreis Calw/Stadt Neubulach Musterbeispiel für Atemwegstherapie

Kreis Calw/Neubulach. Das Prädikat des heilklimatischen Kurorts steht und fällt  mit der Praktizierung eines Kurarztes vor Ort. Erfüllt eine  Kommune dieses Kriterium nicht oder nicht mehr, geht die Bezeichnung „Heilklimatischer Kurort“ verloren. Diese Gefahr besteht mittelfristig für die Stadt Neubulach, wenn sich dort kein Kurarzt zur Betreuung der Patienten niederlässt.  Die bisherige kurärztliche Betreuung wird aus Altersgründen der derzeit praktizierenden Medizinerin nur noch mittelfristig gesichert sein. CDU-Stadtverbandsvorsitzender, Bernhard Großmann und CDU-Gemeinderat Dr. Alois Jerges hatten den CDU-Landtagsabgeordneten Thomas Blenke auf die besondere Situation angesprochen und um Unterstützung gebeten.“ Es kann nicht sein, dass den Kommunen von der kassenärztlichen Vereinigung derartige Manschetten angelegt werden“, machte auch Bürgermeister Walter Beuerle seinem Ärger Luft.  Im Rahmen eines Vororttermins informierte sich Thomas Blenke zusammen mit Sozialstaatssekretär Dieter Hillebrand beim Bürgermeister über die aktuellen Entwicklungen. „ Es ist keine Frage, dass es uns am Herzen liegt, die Bemühungen der Kommune um den Erhalt des Kurbetriebs zu unterstützen“, erläuterte Thomas Blenke die Zielsetzung des Besuchs. Die Kur-und Heilbäder seien ein wichtiges touristisches Markenzeichen des Landkreises. Nicht ohne Grund sei der Kreis Calw, auch der Wohlfühlkreis in Baden-Württemberg, so der CDU-Abgeordnete.

In einem eindrücklichen Vortrag unterstrich Dr. Jerges die Problematik der kurärztlichen Versorgung und die Wirkung der Therapie: „Die Stollentherapie, die wir in unseren Bergwerkseinrichtungen anbieten, bringt nachweislich eine dauerhafte Linderung von Atemwegserkrankungen bei Kindern und Jugendlichen. Auch bei Erwachsenen ist eine Besserung für einen längeren Zeitraum zu verzeichnen“. Allerdings mache es die Kassenärztliche Vereinigung eben zur Bedingung, dass sich am Ort ein kassenärztlich zugelassener Kurarzt befinde, der die Therapie ambulant begleite, erläutert Jerges. „Wir haben alle benötigten Einrichtungen, die man für diese Therapie braucht am Ort. Die Patienten fühlen sich wohl, da sie bei uns eben nicht die typische Krankenhausatmosphäre vorfinden, wie in anderen Einrichtungen. So sollen sich die Patienten schließlich nicht in Krankenzimmern aufhalten, sondern andere flankierende Maßnahmen wahrnehmen“, so der Neubulacher Arzt. Zu diesen Maßnahmen gehört  unter anderem auch die definierte, körperliche Belastung auf einem Terrain-Kurweg, den die Stadt Neubulach mit viel Engagement eingerichtet hat“, unterstrich´ Bürgermeister Walter Beuerle. Aber auch das Schwimmen im Thermalbad in Bad Teinach-Zavelstein oder die Behandlung bei einem Physiotherapeuten unterstützen die Atemwegstherapie im Neubulacher Heilstollen.

„Sie machen uns da auf Fragen der Selbstverwaltung der Ärzteschaft aufmerksam. Hierauf haben wir keine Durchgriffsmöglichkeit“, macht der Abgeordnete deutlich. Er versprach zusammen mit Staatssekretär Dieter Hillbrand zu vermitteln. „Ein Gespräch zwischen Vertretern der Kommune und den Kammern können wir gerne in die Wege leiten“, waren sich der Staatssekretär und der Abgeordnete einig. Mit dieser Unterstützung sollte es möglich sein, eine entsprechende Vereinbarung zu erzielen, welche es ermöglicht, die Atemwegstherapie, die laut Bürgermeister Beuerle für Neubulach auch einen Wirtschaftsfaktor darstellt, auch weiterhin anbieten und durchführen zu können.

Von: Thomas Blenke | MdL