Neuigkeiten

17.01.2011

Bodenständigkeit und Glaubwürdigkeit

Bahnchef Dr. Rüdiger Grube plauderte auf Einladung von Thomas Blenke aus dem Nähkästchen

Althengstett/Kreis Calw. Wäre Bahnchef Dr. Rüdiger Grube in der Politik, würde er vor allem für mehr Transparenz in den politischen Entscheidungen sorgen. Die Menschen müssen verstehen, warum bestimmte Entscheidungen getroffen werden, nur dann entsteht Akzeptanz. Diesen Grundsatz schrieb er vor allem den politischen Entscheidungsträgern am vergangenen Freitag in der Schlossbergkellerei Schnaufer in Althengstett ins Stammbuch. Der CDU-Landtagsabgeordnete Thomas Blenke hatte zu einem Abend mit dem  Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bahn AG eingeladen und bei den Gästen voll ins Schwarze getroffen.

So erfuhren über 100 geladene Gäste was Dr. Rüdiger Grube für ein Mensch ist, wie er tickt und welche Grundsätze sein unternehmerisches Handeln prägen. Aber auch Themen wie Stuttgart 21 und winterbedingte Störungen bei der Bahn kamen zur Sprache.

So warben Thomas Blenke und Dr. Rüdiger Grube nochmals eindrücklich für das Stuttgarter Bahnprojekt und machten deutlich, wie wichtig das Vorhaben für die Zukunftsfähigkeit Baden-Württembergs sei. Deutschland müsse ein zuverlässiger Investitionsstandort bleiben, unterstrichen Blenke und Grube. „Wir sind nur deshalb so groß, weil wir auf den Schultern unserer Vorfahren stehen. Jede Generation muss säen, damit die nächste Generation ernten kann“, fasste Thomas Blenke zusammen. Darüber hinaus waren sich Blenke und Grube einig, dass die Planungsphasen bei Großprojekten verkürzt werden und die Bürger stärker einbezogen werden müssen. Dr. Rüdiger Grube appellierte gleichzeitig an die Politik standhaft zu bleiben und ging mit der SPD hart ins Gericht und warf den Genossen mangelnde Gradlinigkeit vor.

Wer an diesem Abend einen aalglatten Topmanger erwartete, wurde enttäuscht. Zu Gast war ein sympathischer, bodenständiger Unternehmenslenker mit festen Grundsätzen. 

Dabei erfuhr das Auditorium, dass Glaubwürdigkeit, Authentizität, gefolgt von Respekt und Zuhören können, das unternehmerische Handeln von Dr. Rüdiger Grube prägen. Dass dies keinesfalls aufgesetzt klang, wurde schnell anhand vieler Anekdoten aus dem Bahntower in der Talkrunde deutlich. Der Umgang mit der Datenaffäre zeigte, dass Entscheidungen aussitzen, nicht Grubes Ding ist. Vielmehr packt er das Problem beim Schopf und löst es.  So entließ er zu Beginn seiner Amtszeit fast die gesamte Vorstandsriege der Deutschen Bahn AG und tauschte auch die darunter liegende Führungsetage aus. Damit verschuf er sich nicht nur Respekt, sondern zog auch diejenigen zur Rechenschaft, die die Datenaffäre persönlich zu verantworten hatten. Ein Grundsatz, der der deutschen Wirtschaft bisher eher fremd war. Grube vermittelte dies authentisch, sprach vielen Zuhörern aus der Seele und erntete zu Recht Beifall.

Eindrücklich schilderte er seine Biographie. Dabei wurde deutlich, dass es ihn schon früh nach oben zog. „Eigentlich wollte ich Pilot werden, da man da aber das Abitur braucht, war diese Ausbildung zunächst gestorben. Meine Mutter wollte nicht, dass ich Abitur mache“, schilderte Grube. Aufgewachsen auf einem Bauernhof südlich vom Hamburg, lernte er deshalb früh, was arbeiten heißt und machte eine Ausbildung bei einem Hamburger Flugzeugbauer. Dort setzte er sich durch, wird gefördert und studierte nach einer Ausbildung, Luftfahrttechnik. „Eine typische Karriere über den zweiten Bildungsweg. Dies  wäre auch in Baden-Württemberg möglich gewesen“, fasste Thomas Blenke zusammen. Er spielte damit auf das baden-württembergische Bildungssystem an, bei dem der Grundsatz kein Abschluss ohne Anschluss gelte. Auf die Frage, was er jungen Menschen rate, unterstrich Dr. Rüdiger Grube: „Ich sage meinen Kindern immer: Setzt Euch Ziele. Kein Ziel ist zu hoch gesteckt und arbeitet tagtäglich daran. So habe ich das auch getan“, sprach´s und lächelte in die Runde.

Angesprochen auf die aktuellen winterbedingten Störungen bei der Deutschen Bahn, stellte Dr. Rüdiger Grube klar: „Wenn Sie aufgrund zahlreicher Flugausfälle 100.000 Passagiere mehr transportieren müssen, Züge und Hochspannungsleitungen vereist sind und wartungsbedingt Züge nicht zur Verfügung stehen,  dann ist das der absolute worst case. Meine Mitarbeiter haben in dieser Ausnahmesituation alles gegeben. Sie haben meinen vollsten Respekt“, lobte er und ergänzte:“ Sicherlich haben wir am einen oder anderen Punkt Optimierungsbedarf. Solange ich Bahnchef bin, gibt’s bei der Sicherheit aber keinen Kompromiss“. Er rechtfertigte damit auch die Tatsache, dass die Züge aufgrund der Temperaturen erheblich langsamer gefahren sind und es deshalb zu bundesweiten Verspätungen im Zugverkehr kam.

Thomas Blenke schloss den Abend mit einem Dankeschön an Dr. Rüdiger Grube und überreichte in Anspielung auf seine frühere Tätigkeit in der Luft-und Raumfahrttechnik einen Schokozeppelin. In den Dank schloss er die Familien Schnaufer ein, die dem Abend einen stilvollen Rahmen und ein schickes Ambiente verliehen haben.

Von: Thomas Blenke | MdL