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22.10.2012

Nationalpark nicht gegen Bürgerwillen

Veranstaltung in Sprollenhaus findet großen Zuspruch aus der Bevölkerung

„Für mich liegt noch kein schlüssiges Argument auf dem Tisch, das für die Einrichtung eines Nationalparks Nordschwarzwald spricht. Wir nehmen deshalb die Sorgen der Menschen zur Einrichtung eines Nationalparks im Nordschwarzwald sehr ernst und stehen einem neuen Großschutzgebiet offen, aber mit großer Skepsis gegenüber“, betonte der CDU- Kreisvorsitzende und Landtagsabgeordnete Thomas Blenke im Rahmen seiner Begrüßungsrede zur Veranstaltung: „Nationalpark Nordschwarzwald oder Weiterentwicklung des Naturparks-Einschätzungen aus dem Freistaat Bayern“ die kürzlich in Sprollenhaus stattfand. Blenke appellierte gleichzeitig an die Landesregierung, die Ergebnisse der Bürgerbefragungen als Grundlage für eine Entscheidung zu nehmen. Nur dann werde sie ihrer Politik des Gehörtwerdens auch tatsächlich gerecht, so der CDU Kreisvorsitzende.

Im Übrigen hat die Einladung der Kreis CDU offensichtlich bei den Bürgerinnen und Bürgern ins Schwarze getroffen und sorgte für eine volle Halle. Hauptredner der Veranstaltung war der bayerische Staatssekretär des Innern, Gerhard Eck. „In Bayern hat man bereits Erfahrungen mit einem Nationalpark im Bayerischen Wald. Und in Bayern gibt es Überlegungen, in einem anderen Wald, dem Steigerwald, einen weiteren Nationalpark im bereits bestehenden Naturpark einzurichten. Dort im Herzen Frankens ist die Situation also so wie bei uns“, betonte Thomas Blenke. Deshalb sei es auch naheliegend gewesen Staatssekretär Eck einzuladen, ein Mann der die bayerischen Verhältnisse perfekt kenne und auch Vorsitzender des Vereins „Unser Steigerwald“ sei. Ein Verein, der die Weiterentwicklung des Steigerwaldes auf Basis der bestehenden Naturparkregelung verfolge.

„Wir wollen, dass die Menschen vor Ort die Gestaltung des Naturparks und damit ihre Heimat aktiv mitgestalten können. Diese Möglichkeit besteht bei einem Nationalpark nicht mehr, da die Entscheidungsträger im Land und Bund sitzen“, so Staatssekretär Eck. Er warnte gleichzeitig vor den negativen Folgen für Wirtschaft und Tourismus. Im Steigerwald werde deshalb ein Weg erarbeitet, der die Aspekte der Bevölkerung vor Ort sowie ökonomische und ökologische Interessen vereine. Die dort wiederholt ins Gespräch gebrachte Änderung in einen Nationalpark werde aus diesen Gründen nicht als gangbarer Weg angesehen.

Die Position der CDU-Landtagsfraktion stellten der Vorsitzende des Arbeitskreises für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Paul Locherer sowie der forst-und tourismuspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Dr. Patrick Rapp dar. Beide hoben darauf ab, dass es Aufgabe des Landes sein sollte in einem ergebnisoffenen Verfahren darzulegen, welchen Mehrwert ein Nationalpark für die Region Nordschwarzwald tatsächlich hat. Die anschließende äußerst sachlich geführte Diskussion wurde von den ehemaligen Bürgermeistern Hans Schabert und Michael Faschon moderiert.

Als Alternative zum Nationalpark brachten die drei baden-württembergischen  Landtagsabgeordneten die Einrichtung eines Biospährengebiets oder aber den Ausbau des bestehenden Naturparks ins Spiel. Sie warnten in diesem Zusammenhang davor, die Naturparkförderung sukzessive zurückzufahren. Thomas Blenke: „Ich habe erhebliche Bedenken, dass die Einrichtung eines Nationalparks auf Kosten des höchst erfolgreich arbeitenden Naturparks geht. Es kann nicht sein, dass das eine Projekt, das andere kannibalisiert“. Abschließend dankte er den Verantwortlichen der IG „Unser Nordschwarzwald“ für ihr Engagement sowie der Dorfgemeinschaft Sprollenhaus für die Bewirtung und Begleitung der Veranstaltung.

Von: CDU Kreisverband Calw