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18.11.2012

Kreis-Bauernverband | Gespräch

CDU-Landtagsabgeordneten Thomas Blenke und Paul Locherer im Gespräche mit Landwirten

Altensteig-Überberg. „Wie seit Jahren wollen wir die Verbindung zu den Betroffenen pflegen und dabei die Grundlagen für unsere Politik suchen“. Dies stellte der Abgeordnete und innenpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Thomas Blenke, in Altensteig-Überberg bei einem Treffen mit Vorstandsmitgliedern des Kreisbauernverbands Calw fest.

Sein Abgeordneten-Kollege Paul Locherer als Vorsitzender des CDU-Arbeitskreises „Ländlicher Raum und Verbraucherschutz“ wohnte der Runde ebenfalls bei. Zu dieser zählten außerdem der Vorsitzende des Kreisbauernverbands, Friedrich Großhans aus Simmersfeld-Beuren, und dessen Vorstandskollegen Andreas Lampart (Altensteig) und Markus Stollsteimer (Nagold).

„Wir Waldbauern haben bis um 1970 sorgenlos gelebt, aber heute haben wir noch immer die Preise und Erlöse beim Holz wie damals“, beklagte Friedrich Großhans. Auch die landwirtschaftlichen Erträge seien nur mäßig gestiegen. Ein Dorn im Auge ist den Vertretern der Landwirtschaft wie den beiden CDU-Politikern das von der grün-roten Regierung rückwirkend auf November 2011 in Kraft gesetzte Grünland-Umbruchverbot. Es erhöhe unnötig den ohnehin für die Landwirte immer größeren Flächendruck und bilde gerade in einem Gebiet der Wechselwiesenwirtschaft ein Hemmnis für die Weiterentwicklung der Höfe. Gar kein Verständnis besteht, dass sogar die Anlegung einer Obstbaumfläche als Umbruch gilt.

Die Probleme potenziert würden durch immer mehr Flächenabgaben und Ausgleichsflächen, klagt Friedrich Großhans. Wenn man etwa an Leitungstrassen denke, dann reiche ja deren Überlassung nicht. „Wir müssen von der zusätzlichen Belastung durch Ausgleichsflächen wegkommen“, fordert der Kreisvertreter der Landwirte. Auch Blenke und Locherer sehen dies so. Besonders für regenerativen Anlagen sollte der Ausgleich ganz fallen. Ersetzen könne man nach ihrer Meinung einen unsinnigen Mehrfachausgleich über öffentlich-rechtliche Verträge mit dem Ziel: „Ersatz durch Pflege aus bäuerlicher Hand“.

Markus Stollsteimer sprach das Problem an, dass der Lebensmittelproduzent gegen den Energiewirt vom Preis her keine Chance habe. Thomas Blenke wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass Knackpunkt die gesellschaftliche Wertschätzung der Produkte sei.  Gemeinsam gelte es vor allem die Vorzüge regionaler Erzeugnisse herauszustellen und diesen einen besseren Stellenwert zu verschaffen. „Teller – Trog – Tank“, so müsse als Reihenfolgeangestrebt werden, waren sich die beiden Politiker einig.

Die „7-Prozent-Regelung“ (Flächenanteil, der nicht intensiv bewirtschaftet werden soll), die Furcht vor Kürzungen bei der Flurbereinigung, die demografische Entwicklung, FFH-Wiesen wegen Intensiv-Bearbeitungsverbot als Verlustflächen, Baurecht, Nationalpark und GAP (EU-Gemeinschaftspolitik) waren weitere Themen.

Von: Hans Schabert