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18.10.2011

Unser Nordschwarzwald

Abgeordneter Blenke im Gespräch mit Nationalpark-Gegnern

Bad Wildbad-Sprollenhaus (hms). „Nach wie vor sehe ich den Plan für einen Nationalpark bei uns sehr skeptisch, aber vor einer endgültigen Entscheidung muss ich alle Fakten vorliegen und das von der Regierung in Auftrag gegebene Gutachten auf dem Tisch haben“. So fasste der Landtagsabgeordnete Thomas Blenke (CDU) seine Haltung in einer Gesprächsrunde bei der Interessengemeinschaft „Unser Nordschwarzwald“ (IG) im Backhaus in Sprollenhaus zusammen.

„Ja zum Wald – nein zum Nationalpark“, so lautet das Kredo dieser und weiterer unter dem grünen Schild mit dem roten Querbalken durch das Wort Nationalpark vereinigten Gruppen der Gegner eines solchen sich selber überlassenen Groß-Naturschutzgebiets. Dieter Geißler begrüßte für sie Blenke, der das Gespräch angeregt hatte, und die weiteren Teilnehmer. Er unterrichtete die Gesprächsrunde, darunter auch Bad Wildbads  Bürgermeister Klaus Mack, dessen Stellvertreter Jochen Borg, für den CDU-Stadtverband Kurt Günthner jun. und weitere Mitglieder der IG über den aktuellen Stand der Organisation.

Nach Geißlers Worten gibt es inzwischen rund zehn solche Gruppen im Enz-, Murg- und Albtal, und die Zahl steige ständig. Blenke sprach den Beteiligten seine Anerkennung aus und ermunterte sie, ihr bürgerschaftliches Engagement in der und um diese Sache weiterhin mit Nachdruck zu pflegen.

Natürlich wurden einmal mehr die Hintergründe angesprochen, welche Waldbesitzer, Forstunternehmer oder einfach auch „nur“ mit dem Wald Verbundene, „weil er ein Stück Heimat ist“ (Geißler), gegen die Planungen des in Baiersbronn heimischen Ministers Bonde aufbringt. Man wolle keinen Nationalpark, den man nicht brauche und der nur Geld koste, aber keinen Mehrwert bringe. „Woher kommt das Geld, woher kommen die jährlich vielen Millionen für den Nationalpark, und wo werden diese am Ende vielleicht fehlen?“, so lautete eine der Fragen, die im Raum stehen blieb.

Käferproblematik, Betretungsverbote und wirtschaftliche Ausfälle waren einige weitere Stichworte. Hoffnungen für den Tourismus könnten rasch in Sorgen um diesen umschlagen, ein “Naturpark plus“ könne dem Bestehenden besser gerecht werden, meinte Bürgermeister Klaus Mack. Ein Nationalpark zerstöre mit dem Naturpark geschaffene Strukturen und gefährde private und kommunale Wälder, fasste ein anderer Gesprächsteilnehmer die Meinung der Runde zusammen.

„Dieser Austausch war offen und fruchtbar“, resümierte am Ende Dieter Geißler, „und ich finde es toll, dass diese Möglichkeit der gegenseitigen Information mit unserem Abgeordneten besteht.“ Einig waren sich MdL Thomas Blenke und alle Gesprächsteilnehmer, dass man in Kontakt bleiben möchte. Dem soll auch die Veranstaltung am Samstag in der Trinkhalle in Bad Wildbad dienen, zu der die Stadtverwaltung alle Interessierten einlädt.

Von: Hans Schabert