Bad Wildbad. Jochen Borg ist neuer Vorsitzender des CDU-Stadtverbands. Karl-Heinz Gärtner verabschiedet sich nach neun Jahren im Amt.

"Ich bin 66 und werde nicht mehr kandidieren“ – mit diesen Worten hat Karl-Heinz Gärtner am Donnerstag den Vorsitz im CDU-Stadtverband Bad Wildbad nach neun Jahren an der Spitze an Jochen Borg übergeben. Borg, für seine Partei im Stadtrat und im Kreistag vertreten, war einziger Bewerber und wurde mit großer Mehrheit gewählt. „Ich hätte nie gedacht, welche Heimat mir der Stadtverband gibt“, sagte er. Dennoch wolle er das Amt „so schnell wie möglich in jüngere Hände abgeben“. Borg hat eine engere Verzahnung von Fraktion und Stadtverband im Blick und möchte die Außenwirkung der CDU stärken.

Einigkeit herrschte bei den örtlich anstehenden Aufgaben und der Beurteilung der Situation der Bundes-CDU – wobei der Blick nach Berlin kritisch ausfiel. Bei der Probeabstimmung zum Parteivorsitz ließ Friedrich Merz Anneliese Kramp-Karrenbauer weit hinter sich. Weit abgeschlagen – Jens Spahn.

Gärtner verabschiedete sich mit einem kritischen Resümee zur Frage „Wo steht die CDU heute – und warum?“ Er nannte den „Absturz, der im September 2015 begonnen hat“, eine dramatische Entwicklung, an der Koalitionsverhandlungen, Positionsgeschacher, der Konflikt Merkel-Seehofer sowie der Dieselskandal beteiligt gewesen seien. Hohe Strompreise in Verbindung mit einer schlechten Klimabilanz, mangelhafter Breitbandausbau und Migration waren weitere Stichworte.

Auch bei der Bilanz des Stadtverbandes übte Gärtner Selbstkritik: „Wir hätten mehr machen können.“ Am Ende aber stand die Überzeugung: „Die CDU hat zusammen mit einem dynamischen Bürgermeister Bad Wildbad wach geküsst“.
Infrastruktur im Blick

Ein umfangreiches Arbeitsspektrum nannte Gemeinderat Rainer Weiss, der zum Stellvertreter gewählt wurde. Die Entwicklung des Sommerbergs brauche eine Anbindung an die Innenstadt. Investitionen seien zudem beim Schulstandort erforderlich, Wohnraum, insbesondere für ältere Menschen, stelle ein Riesenproblem dar, und man müsse in bestehende Infrastruktur investieren. Er nannte unter anderem Sanierungsbedarf an Straßen.

Bürgermeister Klaus Mack wies auf die Finanzlage der Stadt mit 13 Millionen Euro Schulden hin: „Ohne Kredite oder Zuschüsse können wir nicht in Projekte investieren.“ Alternativen seien die Schließung von Einrichtungen oder die Erhöhung von Steuern – was keiner wolle.

Schatzmeisterin bleibt Roswitha Schwartz, Schriftführer wurde Thomas Brostian, Mitgliederbeauftragte Sabine Zenker, Kassenprüfer Annette Gärtner und Simon Kappel.

Als Beisitzer fungieren Bettina Borg, Marcus Eisele, Simon Kappel, Rudolf Schmied, Stefanie Weiss, Sabine Zenker, Dieter Neher, Wilfried Rist und Jörg Schober.

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