Der EU-Kommissar Günther Oettinger stimmte die Anwesenden auf das neue Jahr ein. Dabei mahnt er vor allem: Die guten Jahre sind jetzt - und schwere werden wohl auf uns zu kommen.

Wildberg. Rosemarie Röhm-Frenzel ist sichtlich stolz als sie den Ehrengast begrüßen kann. Dass Günther Oettinger kein unbeschreibenes Blatt ist, erkennt man an den ca. 200 Besuchern. Der ehemalige Ministerpräsident und aktuelle Haushaltskommissar der Europäischen Union ist am heutigen Tage von einem zum anderen Termin gefahren durch das ganze Land. Trotzdem nimmt er sich Zeit sich bei den Eigentümern der Familie Rempp über den Stand des Familienunternehmens zu erkundigen. Nach einem kurzen Grußwort von Bürgermeister Ulrich Bünger, der bereits auf die Bedeutung der Europaparlamentswahlen in diesem Jahr hindeutet, kam auch der Hauptredner zur Sprache

Der einstige Landesvater beschrieb die aktuelle Lage: Man habe eine niedrige Arbeitslosigkeit, die Löhne steigen in Deutschland, grundsätzlich herrsche gute Stimmung. Aber das sei so nicht Gott gegeben. Es gibt Anzeichen, dass schwere Jahre bevorstünden. Der Handelsstreit zwischen China und den USA sowie der nahende Brexit werfen ihre Schatten.

Günther Oettinger stellte hervor, dass man mit China, Russland oder den USA nur als EU auf Augenhöhe verhandeln könne. Deutschland sei schlicht zu klein um gegenüber diesen Ländern seine Interessen durchzusetzen. Im europäischen Verbund sei dies aber möglich. Vor allem aber sollte Deutschland dabei auch an seine Werte denken: "Wir exportieren nicht nur die S-Klasse, sondern auch unsere Werte." Und für diese Werte müsse man mehr als je zuvor kämpfen.

Zu den großen Exportsschlagern müsse demnächst auch Stabilität gehören. Der EU-Kommissar fast zusammen: "Entweder für exportieren Stabilität oder wir importieren Instabilität". Dabei richtete er seinen Blick zunächst auf dem Balkan. Hier habe sich zuletzt gezeigt, wie zerbrechlich der Frieden sei. Man müsse Ländern wie Albanien und Serbien echte Beitrittsperspektiven geben - auch damit sich diese nicht anderen Mächten in der Region anschließen.

Ebenso müsse man schauen, dass es Perspektiven für die Menschen in Afrika gebe. Dieser Nachbar sei zu lange ignoriert worden. Es ist im Interesse aller, dass es für die Menschen dort direkt vor Ort eine Perspektive gibt.

Abschließend blickt er auf die Wahl am 26. Mai. Es sei wichtig eine hohe Wahlbeteiligung zu erreichen - gerade um den populistischen Kräften Einhalt zu Gebieten. Er könne den Kandidaten Daniel Caspary empfehlen, der sich als Vorsitzender der CDU/CSU-Gruppe im Europaparlament bewiesen habe. Wichtig sei es, dass Europa nicht durch einen Aufstieg der Populisten gefährdet werde.

Im Anschluss beantwortete er noch einige Fragen von der Digitalisierung über Chinas Seidenstraßenstrategie bis hin zu landwirtschaftlichen Themen.

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