Calw. Um mehr über die Arbeit des Technischen Hilfswerks (THW) im Kreis zu erfahren, hat die Junge Union Calw einen Dienstabend des Ortsverbandes Calw begleitet. Begrüßt wurde der Parteinachwuchs vom THW-Ortsbeauftragten Oskar Schehrer, seinem Stellvertreter Marc Stahl und vom Pressesprecher Johannes Roller.

„Das Ehrenamt ist mir wichtig, sei es im Musik- oder Sportverein, in einem politischen Rahmen oder bei den Blaulicht-Organisationen. Ich möchte wissen wovon ich spreche, wenn ich im Kreis unterwegs bin", sagte JU-Kreisvorsitzende Luisa Koch. Deshalb hat die JU seit November verschiedene Hilfsorganisationen besucht, zunächst das DRK und die Feuerwehr, nun auch das THW. Die Ehrenamtlichen des Ortsverbandes (OV) Calw präsentierten sich der Jungen Union hochmotiviert. So fanden am Donnerstag parallel Grundausbildung – Thema: Gesteinsbearbeitung – und technischer Dienst zur Wartung von Ausrüstung und Fuhrpark statt. Eine gute Gelegenheit für die Besucher, sich von einem der Kraftfahrer die Ausstattung des Gerätekraftwagens (GKW) erläutern zu lassen. Der GKW ist das Standardfahrzeugs im gesamtenTHW und praktisch eine Werkzeugkiste auf Rädern.
Die Einsatzfahrzeuge wie auch die angemietete Unterkunft sind mittlerweile in die Jahre gekommen, ein wesentlicher Teil der jährlich zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel des OV Calw fließt in teure Fahrzeugreparaturen. Die Helferschaft hofft daher auf eine Fuhrparkerneuerung durch die THW-Regionalstelle Stuttgart und mittelfristig auf eine moderne Unterkunft, die wieder im Calwer Stadtgebiet liegt. Durch die derzeitige Dislozierung unweit des Bahnhofs Bad Teinach werde man von Bürgern kaum wahrgenommen.
Die Wahrnehmung bei den übrigen Blaulicht-Organisationen im Kreis sei hingegen sehr viel besser geworden, nicht zuletzt durch gegenseitige Besuche, gemeinsame Übungen und Veranstaltungen, etwa 2018 bei den Kimmich Open oder der großangelegten Übung des DRK.
„Als Zivilschutzorganisation des Bundes ist das THW keineswegs eine Parallelorganisation oder gar Konkurrenz zu den kommunalen Feuerwehren, sondern eine Ergänzung, die bei Katastrophen, größeren Unglücksfällen und im Rahmen der Amtshilfe angefordert werden kann“, betonte der stellvertretende Ortsbeauftragter Marc Stahl. Die immer noch verbreitete
Ansicht, das THW sei eine Art Feuerwehr in Blau, sei daher falsch.
Wie die JU-Mitglieder erfuhren, gehört zum OV Calw neben Stab, Zugtrupp und zwei Bergungsgruppen auch eine Fachgruppe Beleuchtung, die bei Verkehrskontrollen, nächtlichen Bränden und ähnlichen Einsätzen schon wertvolle Dienste geleistet hat und überdies mit einer 50 kVA-Netzersatzanlage aufwarten kann. Auch mit seiner Transportkomponente und dem vielseitigen Einsatzgerüstsystem, ob zum Abstützen von Gebäudeteilen oder zur Errichtung einer Dekontaminationsschleuse, kann sich das THW im Kreis einbringen.
Welche Auswirkungen bundespolitische Entscheidungen für das THW haben können, erläuterte Pressesprecher Roller den Gästen anhand der neuen Konzeption Zivile Verteidigung von 2016 und der Aussetzung der allgemeinen Wehrpflicht ein paar Jahre zuvor. Die Konzeption sei einem veränderten sicherheitspolitischen Umfeld und einem jahrelangen Rückbau von Fähigkeiten geschuldet, die nun mühsam wiedererlangt werden müssten. Ihre Umsetzung schlägt sich auch in einer Neustrukturierung des THW nieder. Der Wandel von der Freigestellten- zur Freiwilligenorganisation durch die Aussetzung der Wehrpflicht und damit auch aller Ersatzdienste hat den Ortsverband Calw wiederum auf einen Schlag gut zwei Drittel seiner Einsatzkräfte gekostet. Die Gewinnung und Ausbildung genügend neuer Ehrenamtlicher setzte dann viel Zeit und Energie voraus. „Dafür sind die, die jetzt dabei sind, alle hochmotiviert“, so Roller. Noch ist der OV Calw zwar nicht zur alten Personalstärke zurückgekehrt, aber wieder auf 54 Mitglieder inklusive Jugendgruppe und Helferanwärtern angewachsen.
Wie auch bei Rotem Kreuz und Freiwilliger Feuerwehr war sich die JU-Delegation einig, dass moderne Unterbringung und Ausrüstung maßgeblich für Motivation und Einsatzwert der Ehrenamtlichen sind. „Die Hilfskräfte im Kreis verdienen Respekt und Unterstützung – von unserer Seite haben sie das bereits.“

Ihr Ansprechpartner

TimoKaiser

Timo Kaiser

E-Mail senden

Vorheriger Beitrag Nächster Beitrag