Mit dem Ehrenamtspapier unter dem Titel „Ohne Blaulicht sehen wir rot“ möchte die JU jene stärken, die Schwachen helfen. Video und Empfang hierzu sind in Vorbereitung.

Kreis Calw. Monate hat es gedauert mittels persönlicher Gespräche mit den Hilfsorganisationen im Kreis und in enger Abstimmung mit Experten ein Papier zu erarbeiten, das auf die Probleme der Einsatzkräfte aufmerksam machen soll. Seit November haben Delegationen der JU das DRK im Kreissitz in Calw, die Feuerwehr in Calw, die DLRG in Neuhengstett sowie das THW in Bad Teinach besucht. Alle Treffen wurden von den Gesprächspartnern als konstruktiv empfunden. Umsetzbare Maßnahmen wurde in das Ehrenamtspapier übersetzt.

Konkret geht es bei den sieben Forderungen zum einen um die finanzielle und organisatorische Unterstützung von Kreis und Land, um eine Nachwuchskampagne angelehnt an die der Polizei ins Leben zu rufen und diese zu begleiten. Zum anderen sollen Sanitäter, Feuerwehrleute und Co. durch eine Ehrenamtskarte Vergünstigungen bei Freizeitangebote im Land bekommen. Wer sich in seiner Freizeit aufopfere, solle an anderer Stelle Vorteile genießen, heißt es in dem Papier. Des Weiteren fordert der Parteinachwuchs einen Mindestsatz, was die Vergütung von ehrenamtlichen Feuerwehrleuten betrifft, sowie eine Anhebung der Übungsleiter- und Ehrenamtspauschale durch den Bund. Eine Aufwandentschädigung von Sanitätern bei Einsätzen oder Bereitschaftsdiensten solle in Aussicht gestellt werden.

Ehrenamtliche Organisationen dürften keine Verluste machen, weil sie Arbeitsausfälle kompensieren müssen. Die JU fordert daher, dass dieser Ausfall nur zu 80% durch ehrenamtliche Organisationen wie dem THW erstattet werden sollen und weitere 10% durch das Land finanziert werden sollen. Es solle auch nicht der Fall sein, dass Bürger für ihren ehrenamtlichen Einsatz bestraft würden und für den Einsatz selber Urlaub nehmen müssten. Außerdem soll eine Flexibilisierung des Arbeitszeitengesetz Ehrenamt und Arbeit besser vereinen.

Bürokratie nimmt häufig die Freude am Engagement

Sowohl für haupt- als auch für ehrenamtlich Tätige belaste die Bürokratie die Freude am Engagement. Die Junge Union fordert deshalb eine Entschlackung der Dokumentationspflichten.

Der Austausch zwischen Politik und Blaulichtorganisationen sei wichtig um regelmäßig die Bedenken und Nöte der Ehrenamtlichen wahrzunehmen. Gerade die besonderen Bedürfnisse in ländlichen Gebieten müssten breit artikuliert werden. Dieser Austausch finde auf Funktionärsebene bereits sehr gut statt. Allerdings würden sich die Ehrenamtlichen eine direktere Kommunikation mit ihren Abgeordneten wünschen. Dies solle unbedingt auch häufiger stattfinden „als direkt vor Wahlen“, so der Vereinsbeauftragte im JU-Kreisvorstand, Nicolas Häberle.

„Wir brauchen unsere Blaulichtorganisationen“

„Wir brauchen unsere Blaulichtorganisationen, weswegen wir uns auch in Zukunft für diese stark machen wollen, angefangen von Unterstützungen bei Anschaffungen bis hin zu gesetzlichen Regulationen“, so das Papier der jungen Christdemokraten. Dies sei im Sinne des Gemeinwohls. Die Gesellschaft baue sich auf dem Engagement vieler Einzelner auf. Ohne dieses Mitwirken müssten viele Aufgaben direkt vom Staat finanziert werden oder könnten gar nicht bewerkstelligt werden, meint die JU-Kreisvorsitzende Luisa Koch. Insbesondere im ländlichen Raum stärke das Ehrenamt das Zusammengehörigkeitsgefühl und sorge dafür, dass aus einer Ansammlung von Menschen eine Gemeinschaft heranwachse, so die junge Vorsitzende weiter.

Aktuell ist außerdem ein Video in Arbeit, welches die Inhalte des Papiers in den sozialen Medien veranschaulichen soll. Mit der Veröffentlichung ist gegen Herbst zu rechnen.

Im November wird es indes einen Empfang anlässlich des Papiers geben, an dem die Hilfsorganisation mit Gesellschaft und Politik zusammenkommen sollen. Ort und Zeit werden noch bekanntgegeben. Jedoch sollen das Video und eine gemeinsame Übung von zentraler Bedeutung sein. Innenminister Thomas Strobl – als Schirmherr der Feuerwehren – hat bereits eine Teilnahme in Aussicht gestellt.

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