Vor dem Hauptredner halten Bürgermeister Ulrich Bünger sowie der CDU-Landtagsabgeordnete Thomas Blenke MdL ihre Grußworte. Bünger bedauert, dass die Landwirte gleich von zwei Entwicklungen negativ betroffen sind: Einerseits schwindet die Leistungsgesellschaft, in der harte Arbeit zwar gefordert, aber auch honoriert wird. Andererseits sorgen Verbände wie die Umwelthilfe dafür, dass die ganze Gesellschaft lahm gelegt wird. Blenke nimmt den Faden auf und fordert mehr Wertschätzung für die Bauern und den Ländlichen Raum. Die CDU kann dabei auf Landesebene auf zwei aktuelle Erfolge verweisen: Zum einen wurde das neue Polizeipräsidium Nordschwarzwald gegründet. Verbunden damit sind fast 100 Polizisten mehr in Calw. Zum anderen wurde von der CDU durchgesetzt, dass flächenstarke Gemeinden mehr Gelder vom Land erhalten. „Davon profitieren alle 23 Gemeinden im Landkreis Calw“, so der CDU-Kreisvorsitzende.

Minister Peter Hauk stimmt seinen Vorrednern uneingeschränkt ein, dass die Bauern zu häufig an den Pranger gestellt wurden. Dabei weisen diese eine unglaublich Erfolgsgeschichte seit dem zweiten Weltkrieg auf, denn die Landwirtschaft hatte in dieser Zeit höhere Produktivitätszuwächse als viele Industriezweige. Statt die Landwirte zu verurteilen, sollte die Verbraucher doch lieber ihre eigene Macht nutzen. Diese entscheiden bei jedem Einkauf, ob regionale Produkte eine Chance haben oder sich lediglich Billigprodukte durchsetzen.

Beim Nitrat-Streit verweist Hauk darauf, dass Baden-Württemberg seine Hausaufgaben gemacht hat. Vor 40 Jahren, als noch Lothar Späth Ministerpräsident war, wurde die Richtlinie von 50 mg/l festgelegt. Der aktuelle Durchschnitt liegt im Südwesten bei 9 mg/l . In anderen Bundesländern wie Schleswig-Holstein, wo Robert Harbeck sieben Jahre lang Umweltminister war, könne man von solchen Werten nur träumen. In Baden-Württemberg konnte auch deshalb der Richtwert erfolgreich erreicht werden, weil die Landwirte Ausgleichszahlungen für die höheren Aufwendungen erhalten haben.

Auch das Thema Biene wurde vom Minister angesprochen. Er hob hervor, dass die Bienen erst einmal von der Kulturbewirtschaftung profitieren. Würde dagegen ein umfassendes Pflanzenschutzverbot in Kraft treten, wie es die Kampagne ProBiene forderte, so würde die Kulturbewirtschaftung schlagartig zurückgehen. Der Biene wäre damit nicht geholfen, aber bäuerliche Existenzen vernichtet. In der Konsequenz würden Importe aus Ländern mit niedrigeren Standards wie Chile steigen.

Stattdessen hat sich die Landesregierung entschlossen, den Einsatz von Pflanzenschutzmittel bis 2030 um 40 bis 50% in der Menge zu reduzieren. Auch der Insektenschutz wird stärker forciert – jedoch sind hier alle gefordert. Der Minister mahnt die Leute an, die das Insektensterben beklagen, selber dann aber einen Schottergarten statt einer Wiese halten. Kommunen, Landwirte und Privatpersonen müssen ihren Beitrag leisten. Peter Hauk kündigt an, dass es für die Landwirte nicht zu mehr einzelbetriebliche Vorgaben geben wird. Stattdessen will man mit finanziellen Anreizen arbeiten. Für ihn ist es ganz klar: Wenn die Gesellschaft mehr von den Landwirten verlangt, muss die Gesellschaft auch in Form von Ausgleichszahlungen bereit sein dafür zu zahlen. Die Umwandlung von Ackerland in eine Blumenwiese bedeutet für den Landwirt eben einen Einkommensverlust, zudem auch sonst niemand in der Gesellschaft bereit wäre.

Abschließend mahnt der Minister an, dass der Klimawandel auch in der Landwirtschaft seine Spuren hinterlassen wird. Die Wetterextreme nehmen zu und führten bereits zu Dürrejahren. Ein aktives Engagement gegen den Klimawandel ist somit auch im Interesse unserer bäuerlichen Kultur.

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