Kreis Calw/Nagold. Das ganze Vereinswesen im Land ist seit Beginn der Pandemie lahmgelegt. Funktionäre fürchten um Austritte und um die Zukunft kleinerer Vereine. Thomas Blenke, Landtagsabgeordnete für den Wahlkreis Calw, nutzte sein Studio Heimatblick, um im Rahmen einer Online-Diskussion mit Vereinsvertretern aus der Region und prominenter Unterstützung aus Hessen über die Situation von Vereinen im Kreis zu sprechen. Blenke konnte als Diskussionsteilenehmer den hessischen Minister des Innern und für Sport, Peter Beuth, gewinnen. Beuth stellte sich zu Beginn hinter das Vereinswesen. „Wir vermissen den Werte der Vereine für den Zusammenhalt der Gesellschaft.”

Für den Sportkreis Calw nahm Benjamin Knoll teil und kam in seinem Statement auf die gesellschaftliche Bedeutung des Sports zu sprechen. Knoll dankte zunächst für die finanzielle Unterstützung des Landes mittels Solidarpakt Sport und durch die aufgestockten Corona-Soforthilfen. Vielen Vereinen fehle ohnehin schon ganze Jahrgänge an Nachwuchs. Der Sport habe darüber hinaus ein Problem mit der öffentlichen Wahrnehmung. „Der Sport fällt oftmals unter den Begriff Freizeit, dabei ist Sport viel mehr”, betont der Geschäftsführer des TSV Calw. Er wünsche sich eine Unterstützung der Politik etwa durch eine Mitgliederkampagne und beispielsweise bei der Schaffung von Schwimmbädern. Auch bei der Teststrategie für Sportvereine brauche es eine klare Anleitung seitens des grünen Sozialministeriums, ergänzte Blenke auf die Forderung des Sportkreises.

Die Diskussionsteilnehmer beschäftigte die Sorge, dass die Bindung von Mitglieder an ihre Vereine durch die lange Inaktivität nachlasse. Der CVJM in Wildberg, von dem Margit Gärtner, berichtete versuche über digitale Wege den Kontakt zu halten. Gärtner hält es für sinnvoll die Jugendarbeit gezielt zu stärken, um so Nachwuchs für Ehrenamtliche Funktionäre zu gewinnen. Blenke kündigte an, dass das Land bereits eine Ehrenamtskarte nach bayrischem Vorbild plant. „Das ist eine gute Möglichkeit um mittels Vergünstigungen, das Ehrenamt attraktiver zu machen.” Außerdem müssten Vereine von Bürokratie entlastet werden.

Statt Ganztagsschulen wünsche sich Margit Gärtner ein breites Sportangebot nach der Schule im Verein. „Es ist wichtig, dass Kinder nicht den ganzen Tag in der Rolle des Schülers sind, sondern die Sportgruppe sich von der Schulklasse unterscheidet”, so Wildbergs Bürgermeisterstellvertreterin. Im Gespräch mit dem CDU-Zweitkandidaten Carl Christian Hirsch appellierte Margit Gärtner an verlässliche Aussagen der Politik, dass Camps und Freizeiten von Vereinen im Sommer möglich sind.

Thomas Blenke sprach sich für Öffnungsperspektiven auch für den Sport aus. Nach und nach müsse es möglich sein, dass Vereine ihren Betrieb wieder aufnehmen können. „Sie haben mich als Verbündeten”. Der Calwer Landtagsabgeordnete machte außerdem den Vorschlag, dass Förder- und Unterstützungsprogramme auf allen politischen Ebene auf die Folgen der Pandemie-Bewältigung ausgerichtet werden. So soll etwa gezielt der Sport und das Vereinswesen gestärkt werden.

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