Wie die Zukunft des Automobilantriebs aussehen wird und wie klimafreundlich E-Autos und Hybride tatsächlich sind, war das Thema bei der vergangenen Vorstandssitzung der CDU Calw. Fachlicher Gast des Abends war Dr. Bernd Pletschen, ehemalige Führungskraft bei Daimler. Im Fazit betont der Landtagsabgeordnete und CDU-Kreischef Thomas Blenke, dass es nach diesen Erkenntnissen unverantwortlich sei, wenn die Grünen und Teile der Politik den Dieselmotor verteufeln würden.

Wildberg/Kreis Calw. Zum Thema “Automobilantrieb der Zukunft” referierte vor der Sitzung des CDU-Kreisvorstands Bernd Pletschen. Der ehemalige Entwicklungsspezialist der Daimler AG mit Lehrauftrag an der TU Berlin machte deutlich, dass E-Autos lange nicht so umweltfreundlich seien, wie angenommen. So sei ein Elektrofahrzeug je nach Fahrprofil erst nach über 200.000 Kilometern klimafreundlicher als ein Dieselmotor, selbst ein Benziner verbrauche weniger Ressourcen bis ca. 130.000 gefahrene Kilometer.

Im Vergleich zu Erdgasautos oder Antrieben mit Plug-in-Hybrid bzw. Brennstoffzelle habe das E-Auto nicht immer eine bessere Ökobilanz. Das E-Auto trage einen produktionsbedingten CO2-Rucksack mit sich herum. Es müsse unterschieden werden, woher der Strom beim E-Antrieb komme. E-Fahrzeuge aus 100% regenerativem Strom würden sich schon nach wenigen tausend Kilometern im Vergleich zu anderen Antrieben lohnen. Mit dem aktuellen Energiemix schneide aber das E-Auto nur in bestimmten Situationen besser ab. Den Ansatz der EU, E-Autos als emissionsfrei zu definieren, hält Dr. Pletschen daher für falsch.

Für die Zukunft komme es verstärkt darauf an, ob Menschen in Städten oder auf dem Land ihr Auto nutzen. Ein Plug-in Hybrid etwa eigne sich am ehesten für lange Strecken – beispielsweise für Pendler. Im Stadtverkehr dagegen biete sich das 100% regenerative E-Auto an. Der ländliche Raum brauche andere Antriebe als die Städte, weil die CO2-Bilanz für diese unterschiedlich ausfallen und die Stickoxid-Problematik für die Stadt stärker gelte als für das Land.

Pletschen erklärt, dass das Konzept des Plug-In Hybrids eine Übergangstechnologie für die kommenden 30 Jahre sei. In 20 Jahren sei realistisch, dass synthetische Kraftstoffe in optimierten Verbrennungsmotoren den Markt bestimmen. Hierbei bindet man CO2 aus der Umgebungsluft durch Elektrolyse zu einem Kraftstoff, der es erlaube, die hochentwickelte Motorentechnologie klimaneutral weiter zu nutzen. Jedoch sei aktuell die Technologie zu kostenintensiv. Der Glaube, emmissionefreies Fahren weltweit erreichen zu können, sei noch lange Zeit eine Illusion, bekräftigt der Fahrzeugexperte. Ökologisch sinnvoll seien gemischte, bedarfsgerechte Antriebstechnologien, angepasst an eine urbane bzw. Überland-Nutzung.

Als politische Folge fasst der Landtagsabgeordnete Thomas Blenke zusammen, dass in der Debatte um die Zukunft des Autos kein Antrieb bevorzugt werden dürfe. Die einseitige Förderung des E-Autos sei klimapolitisch falsch. “Wir sehen in der Analyse, dass sich ein E-Auto nicht immer aus ökologischer Sicht rechnet”, sagte der stellv. Kreisvorsitzende Carl Christian Hirsch. Wer einen Diesel oder Benziner fährt, brauche weiterhin kein schlechtes Gewissen haben. Außerdem sei die aktuelle Debatte schädlich für unsere Automobil-Industrie. “Wer zu Unrecht unsere Autobauer im Ländle verteufelt, der sägt an dem Ast, der unseren Wohlstand trägt”, so der Kreisvorsitzende Thomas Blenke abschließend.

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