Kreis Calw/Wildberg. Seit Mitte Februar steht fest, wen die CDU Calw ins Rennen für die Landtagswahl schicken wird: Amtsinhaber Thomas Blenke wird erneut auf dem Wahlzettel stehen, wenn am 13. März ein neuer Landtag gewählt wird. Die CDU ist damit die erste Partei im Landkreis, die ihre personellen Weichen für die nächste Landtagswahl stellt. Mit 90,4% wählten die CDU-Mitglieder ihren Kreisvorsitzenden zum Kandidaten für die Landtagswahl.

Der 59-Jährige Blenke vertritt seit 2001 seinen Heimatwahlkreis im Landtag und soll das um weitere fünf Jahre tun. Blenke hat sich in den vergangenen Jahren als Innenpolitiker auf Landesebene und weit darüber hinaus einen Namen gemacht. Als innenpolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion sitzt Blenke mit am Tisch, wenn Fragen der inneren Sicherheit, mehr Polizeistellen oder Videoüberwachungen im öffentlichen Raum diskutiert werden. Erst kürzlich war er maßgeblich an der Einrichtung eines Polizeipräsidiums Nordschwarzwald in Pforzheim mit einer Außenstelle in Calw beteiligt. Seit Januar 2020 arbeiten durch diese Reform 100 neue Kriminalbeamte in der Hessestadt und erweitern die Sicherheitsarchitektur im Kreis. „Mit dieser Reform haben wir die Fehler von Grün-Rot zurückgedreht“, so der stellv. Vorsitzender der Landtagsfraktion. „Grün-Rot nimmt 20 Polizisten, die CDU bringt 100 neue“, freut sich Blenke.
„Wir sind nicht nur die Partei der Inneren Sicherheit, sondern stärken massiv den ländlichen Raum“. Ein Beispiel sei das Entwicklungsprogramm ELR. Außerdem investiere man verstärkt in den Straßenbau. „Baulärm ist Zukunftsmusik“. Auch am Ausbau des Internets müsse sich noch mehr tun. Blenke verspricht außerdem, dass er an der Tourismusförderung des Kreises dranbleibe. „Wir fördern jetzt Gasthäuser, um dieses Kulturgut zu erhalten“. Ein ebenso wichtiges Gut sei die Landwirtschaft. „Bauern gebührt Respekt und nicht ideologische Gegnerschaft“.

In seiner Bewerbungsrede machte Blenke deutlich, dass er auf Sieg bei der nächsten Wahl setzt: „seit 1974 stellen wir den Direktkandidaten im Wahlkreis und diesen Status wollen wir auch behalten. Die CDU-geführte Politik tut unserem Kreis gut“. Die CDU müsse kräftig zulegen, um an den „Kretschmann-Grünen“ vorbeizuziehen. Die Grünen seien ohnehin eine zutiefst linke Partei. „Wenn Kretschmann geht, dann bleiben die Linken“, mahnt der Sprecher aller Unions Innenpolitiker im Bund und den Ländern.
Dass die Gewaltbereitschaft gegenüber Rettungs- und Einsatzkräften zunimmt, sei nicht hinnehmbar. „Allen Menschen im Ehrenamt gebührt unser Respekt“, verlangt Blenke, der auch Mitglied im Kreistag ist. Den Vorstoß der CDU-Spitzenkandidatin Susanne Eisenmann zum Verbot der Vollverschleierung an Schulen und Hochschulen begrüßt er.

Sicherheit und Bildung als Schwerpunktthemen

Mit Thomas Blenke setzt die CDU auf einen profilierten Fachmann für Fragen der inneren Sicherheit. Mit ihm steht Carl Christian Hirsch auf dem Wahlzettel. Der 34-jährige Familienvater aus Nagold kandidiert als Zweitkandidat und würde im Falle eines Ausscheidens des Amtsinhabers nachrücken. Hirsch ist stellvertretender Kreisvorsitzender der CDU und leitet die IHK-Geschäftsstelle in Nagold. Damit legt die CDU ihren Schwerpunkt ebenso auf Bildung. Ein Politikbereich, der besonders in landespolitischer Verantwortung liegt, wie Hirsch in seiner Bewerbungsrede ausführt. „Eine gute Bildung für unsere Kinder ist später auch die Voraussetzung für eine funktionierende Wirtschaft“. Eine leistungsorientierte Bildungspolitik hätte Grün-Rot verwässert. Selbstverständlichkeiten im Alltag würden vom Elternhaus nicht mehr vermittelt, sodass auch hier die Schule stärker in die Verantwortung genommen werden müsse. Die Probleme der Bauern bringen die Bildungspolitik in die Pflicht, Landwirtschaft im Unterricht fairer darzustellen. Auch eine sehr gute Bildungsinfrastruktur sei notwendig: „wir brauchen starke Schulstandorte und vor allem starke Berufsschulstandorte im Kreis. Tom Blenke hat sich zusammen mit Susanne Eisenmann für den Erhalt der Raumausstatter-Klasse an der Rolf-Benz-Schule in Nagold erfolgreich stark gemacht. Wir werden weiterhin für wohnortnahe Beschulung in der Fläche stehen.“
Neben der Bildungspolitik ist ihm der Wirtschaftsstandort wichtig. Die Wirtschaft insgesamt stehe vor großen Herausforderungen. Als stv. Kreisvorsitzender der Mittelstandsvereinigung (MIT) stellt Hirsch klar: „Handwerk und Mittelstand sichern Arbeitsplätze“. In der Mobilitätsfrage setzt Hirsch auf Technologieoffenheit. „Ich wünsche mir Innovationsfreude und keine einseitige Förderung und Verbotspolitik.“

Hirsch beschreibt sich als tief verwurzelt in der Region und der Partei. „Als Union sind wir stark mit allen Vereinigungen, die wir haben, von Frauenunion bis Arbeitnehmerverband“, so der ehemalige Kreisvorsitzende der Jungen Union. „Ich kenne den gesamten Landkreis von Althengstett bis Altensteig. Zukunftsorientiert und werteverbunden möchte ich in diese Landtagswahl gehen.“
Für die Zweitkandidatur bewarb sich auch Ute Steinheber, Vorsitzende des CDU-Stadtverbands Althengstett/Simmozheim. Mit ihrer Bewerbung wolle sie testen, was Demokratie kann. Die Gemeinderätin aus Althengstett setzte in ihrer Bewerbungsrede ebenfalls auf Bildung. Als Realschullehrerin und Mutter wisse sie, wo der Schuh der Kinder drücke. Steinheber unterlag in der Abstimmung Carl Hirsch, der 89 von 97 Stimmen erhielt und damit mit 91,8% als Ersatzkandidat gewählt wurde.

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