Nordschwarzwald. Das war schon großes Kino: im virtuellen Fernsehstudio der CDU in den Kreisen Calw und Freudenstadt ging es zwar um ein ernstes Thema, nämlich um die Herausforderungen der Blasmusikvereine nach der Pandemie. Doch die gute Laune ließen sich die Verantwortlichen nicht nehmen: eine 17köpgige kreisübergreifende Kapelle umrahmte die virtuelle Veranstaltung musikalisch. Über 280 Zuschauer sorgten für einen Spitzenreiter im Studio Heimatblick.

Nordschwarzwald. Das war schon großes Kino: im virtuellen Fernsehstudio der CDU in den Kreisen Calw und Freudenstadt ging es zwar um ein ernstes Thema, nämlich um die Herausforderungen der Blasmusikvereine nach der Pandemie. Doch die gute Laune ließen sich die Verantwortlichen nicht nehmen: eine 17köpgige kreisübergreifende Kapelle umrahmte die virtuelle Veranstaltung musikalisch. Über 280 Zuschauer sorgten für einen Spitzenreiter im Studio Heimatblick.

CDU-Bundestagskandidat Klaus Mack hatte zum Fachgespräch geladen und bedauerte im Gespräch mit dem Präsidenten des Landesblasmusikerverbandes, Rudolf Köberle, dass ein Stück Lebenskultur fehle, wenn es keine Blasmusik bei Festen, Vereinsveranstaltungen oder Jubiläen mehr gebe. Köberle ermunterte die Vereine, den Kontakt zur Politik auf Bundes-, Landes und kommunaler Ebene zu suchen. „Die Politik nicht kritisieren, sondern mit guten Argumenten Gehör zu finden“, so sein Credo. So berichtet er, dass in der vergangenen Legislaturperiode beispielsweise die Übungsleiterpauschale angehoben wurde. Im neuen Koalitionsvertrag solle sie fortentwickelt werden. Mack dankte er, dass er sich des Themas Blasmusik annehme. „Zwei Jahr sind verloren gegangen, um bei Kindern Freude für Musik zu gewinnen und sie auszubilden“, sagt Köberle. Es gelte jetzt einiges aufzuholen. Trübsal blasen bringe aber nichts. Blasmusik mache aus, dass man Probleme erkennt und Lösungen suche. Deshalb stehe die Blasmusik auch so gut da. „Kameradschaft und Zusammenhalt müssen umso mehr gepflegt werden“. Die Einbrüche können überwunden werden.

Hans Dreher, der erste Vorsitzende des Kreisblasmusikverbandes Freudenstadt, berichtet über die ausweglose Lage während der Pandemie. Alle Vereine hätten sich aber Gedanken gemacht, wie sie untereinander in Kontakt bleiben konnten. „Es wartet jetzt viel Arbeit auf uns“, sagt Dreher. „Die Bevölkerung vermisst das kulturelle Angebot“. Das gelte es jetzt wieder mit Leben zu füllen. „Verantwortung mit Augenmaß“, erwartet er von der Politik und fordert eine Gleichbehandlung aller Verbände und Vereine. „Lobbyarbeit ist hier fehl am Platz“. „Abbau von Bürokratie sei notwendig, um junge Menschen zur Übernahme eines Ehrenamts zu gewinnen“. Gemeinnützigkeit bedeute, der Verein nütze der Allgemeinheit. Das müsse sich wie ein roter Faden durch Verordnungen, Erlasse und Gesetzgebungsverfahren ziehen. „Die Wertschätzung unserer Arbeit an der Basis durch Politik, Medien und Öffentlichkeit ist mir ein wichtiges Anliegen“, sagte Dreher.

Uwe Göbel, stellvertretender Vorsitzender des Kreisblasmusikverbandes Calw hat sich während der Pandemie besonders darüber gefreut, dass Durchhaltevermögen, Disziplin und Ideenreichtum die schwierige Situation geprägt haben. Es gab Online-Stammtische, Baumkonzerte, Online-Challenges, Balkon-Konzerte und vieles mehr. „Da wurde es einem warm ums Herz“, sagt Göbel. Die Bereitschaft, ein Ehrenamt auszuüben, egal in welcher Sparte, sei schon vor der Pandemie ein Problem gewesen. Das habe sich durch Corona verstärkt. Durch rührige Aktionen habe die Blasmusik aber immer wieder für Aufsehen und Motivation gesorgt. So erinnert Göbel an Auftritte in Aserbaidschan in Brasilien oder Paraguay. „Da wird mancher Jüngere sicher hellhörig“, ist sich Göbel sicher. Vereine hätten eine hohe soziale Funktion. „Die kulturtreibenden Vereine haben aber im Vergleich zu den Sporttreibenden Vereinen oft einen schwierigeren Stand“, gibt Uwe Göbel zu bedenken. Es gehe aber auch dort um Jugendliche, um Zusammenhalt. Deshalb sein Appell an die Politik: „Unterstützt die Vereinsarbeit“.

Bei den Fragen aus dem Publikum, die per E-Mail direkt ins Studio geschickt werden konnten, meldet sich Christine Schwarz, Vorsitzende der Stadtkapelle Freudenstadt. Sie befürchtet, dass Kommunen aufgrund eigener finanzieller Engpässe, ihre Vereinszuschüsse streichen könnten oder dass für Proberäume künftig Mieten verlangt werden. Mack empfahl, hier den direkten Kontakt zu den jeweiligen Rathäusern und Gemeinderäten zu suchen.

Dass Blasmusik auch Gemütlichkeit und Fröhlichkeit verkörpert, wurde in den musikalischen Beiträgen deutlich. Extra für den Diskussionsabend hatte sich unter der Leitung von Dominik Schmitt (Dirigent MV Lyra Iselshausen/ MV Besenfeld) eine Kapelle mit Blasmusikern aus sieben Musikvereine aus den beiden Landkreisen zusammengefunden und unter Pandemiebedingungen geprobt. Die Video- und Tonaufnahmen der Musikstücke wurden in der Schlossberghüte in Bad Teinach-Zavelstein aufgenommen. Und so verabschiedete sich das Studio Heimatblick mit Blasmusikklängen und herrlichen Schwarzwald-bildern, die für Zuversicht und Zusammenhalt stehen.

Nachzuschauen sind alle Veranstaltungen im Rahmen des Studio Heimatblicks über eine Weiterleitung auf der Seite: www.studio-heimatblick.de .

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