Oberes Enztal bleibt CDU-Hochburg

Bad Wildbad/Höfen/Enzklösterle - Ein Blick auf die Wahlergebnisse im Einzelnen ist immer spannend. Denn dadurch werden teils deutliche Unterschiede in einzelnen Regionen oder Kommunen sichtbar. So holte zum Beispiel der – gerade so – wiedergewählte CDU-Landtagsabgeordnete Thomas Blenke in Enzklösterle mit 38,9 Prozent der Stimmen kreisweit das beste Ergebnis. Zwar verlor Blenke auch dort Stimmen, im Vergleich zur Wahl 2016 hielten sich die Verluste mit 2,7 Prozentpunkten allerdings in Grenzen.
Und so überholte Enzklösterle noch Egenhausen, das vor fünf Jahren dem CDU-Mann mit 44,9 Prozent das beste Ergebnis beschert hatte – dieses Mal kam er dort nur auf 35,4 Prozent.
Ebenfalls deutlich stärker als im Kreisdurchschnitt war Blenke in Bad Wildbad, der Stadt des CDU-Bundestagskandidaten Klaus Mack. Der machte dann auch ordentlich Wahlkampf für Blenke, präsentierte sich zum Beispiel prominent auf den großen Wahlplakaten, auf denen er gemeinsam mit Blenke an einem Strang zog. All dies hat dafür gesorgt, dass Blenke nur moderate Verluste in Höhe von 2,2 Prozentpunkten erleiden musste und mit 31,5 Prozent der Stimmen immer noch deutlich über dem kreisweiten Ergebnis (28,8 Prozent) blieb. "Über das gute Abschneiden der CDU in Bad Wildbad freue ich mich natürlich besonders", sagte "Wahlhelfer" Mack auf Anfrage unserer Zeitung. Man habe einen sehr engagierten Wahlkampf geführt, so Mack weiter, den das landesweite Ergebnis aber nicht zufriedenstellte.
Auch nur moderat nach unten gingen die Zahlen für die CDU in Höfen – von 30,4 auf 29,3 Prozent (minus 1,1 Prozentpunkte). Deutlich unter dem Kreisdurchschnitt blieb der Calwer Architekt Johannes Schwarz im Oberen Enztal, der seit 16 Jahren für die Grünen im Kreistag sitzt und wie 2016 bei der Landtagswahl für seine Partei antrat. Sowohl in Bad Wildbad (25,9 Prozent) als auch in Höfen (25,1 Prozent) lag er knapp, in Enzklösterle mit nur 21,7 Prozent deutlich unter dem Kreisschnitt. Und so konnte Schwarz nicht vom Kretschmann-Bonus profitieren und verpasste mit einem Rückstand von 1,7 Prozentpunkten knapp den Einzug in den Landtag.
Rasant abwärts ging es dagegen für die AfD, die zum Beispiel in Höfen ihr Ergebnis fast halbierte und von 21,9 auf 11,3 Prozent abrutschte. In Wildbad verlor die Partei 6,2 Prozentpunkte (von 18,6 auf 12,4 Prozent), in Enzklösterle hielten sich die Verluste (von 13,5 auf 10,8 Prozent) dabei noch einigermaßen in Grenzen. Damit lag sie überall unter dem Kreisdurchschnitt von 13,5 Prozent), aber immer noch über dem Landesergebnis (9,7 Prozent). Dennoch dürfte der AfD-Kandidat Miguel Klauß diese Verluste noch am ehesten verschmerzen können: Als zweitbester AfD-Kandidat im Regierungspräsidium Karlsruhe zieht er als Zweitkandidat in den Landtag von Baden-Württemberg ein.
Bitter war der Wahlabend auch für die SPD, die im Oberen Enztal ausnahmslos unter die Zehn-Prozent-Marke rutschte, allerdings in Bad Wildbad (9,0 Prozent) und Höfen (9,6 Prozent) noch über dem Kreisdurchschnitt lag. Ein regelrechtes Desaster erlebte die (einstige?) Volkspartei allerdings in Enzklösterle mit gerade einmal 5,8 Prozent der gültigen Stimmen. Das bedeutet ein Minus von 4,6 Prozentpunkten. Weniger gab es für die Sozialdemokraten kreisweit nur in Neuweiler (4,0 Prozent), Simmersfeld (5,0) und Egenhausen (5,4) – in Neubulach holte die SPD ebenfalls 5,8 Prozent der Stimmen.
Nicht wirklich profitieren vom landesweiten Aufschwung konnte dagegen die FDP im Oberen Enztal. In Bad Wildbad konnte sich Herbert Müller nur marginal steigern – um 0,1 Prozentpunkte auf 9,5 Prozent. Deutlicher war dagegen der Anstieg in Höfen: Dort ging es von 6,8 (Wahl 2016) auf 11,0 Prozent deutlich nach oben. In Enzklösterle dagegen rutschten die Freien Demokraten von 12,4 auf 9,4 Prozent ab. Die Freien Wähler mit ihrem Kandidaten Martin Handel waren kreisweit überraschend stark. Im Oberen Enztal dagegen blieben sie mit 3,8 Prozent (Bad Wildbad), 3,3 Prozent (Enzklösterle) und 4,1 Prozent (Höfen) deutlich unter dem Landkreisdurchschnitt von 6,1 Prozent. Die Linke konnte sich im Vergleich zur Landtagswahl 2016 leicht verbessern: in Bad Wildbad von 2,3 auf 3,5, in Enzklösterle von 0,4 auf 0,6 und in Höfen von 3,0 auf 3,5 Prozent.

Quelle: Schwarzwälder Bote

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