Knapp 60 Personen konnte die Ortsverbandsvorsitzende Ingrid Bauer zu „Politik und Rollmops am Ascherfreitag“ im NEUNZEHN21 in Gechingen begrüßen. Als Referentin war die Landtagsabgeordnete aus dem Nachbarwahlkreis und Landesvorsitzende des evangelischen Arbeitskreises in der CDU (EAK) Sabine Kurtz eingeladen. Sie hielt – passend zur anstehenden Fastenzeit – einen Vortrag über die Bedeutung des „C“ in der CDU.

„Unsere Kultur in Europa ist über Jahrhunderte stark vom Christentum und den Kirchen geprägt – Menschen- und Freiheitsrechte sind unmittelbare Errungenschaften daraus“, so die Abgeordnete Kurtz. Mit Bezug auf die Präambel des Grundgesetzes „Im Bewusstsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen…“ weist die EAK-Landesvorsitzende auf die göttliche Macht hin, die über alles gestellt wird. Auf der anderen Seite solle man nicht so naiv sein, von EINER christlichen Politik zu reden. „Nicht der Staat bestimmt, was richtig und falsch ist - die Werte kommen von den Menschen. Der Partei kommt die Rolle des Mittlers zu, welche die Werte zum Staat transportiert“, so Kurtz. Sie beleuchtete dabei einige Beispiele, die in jüngerer Vergangenheit im Hinblick auf christliche Werte sowohl in der CDU als auch in den Kirchen kontrovers diskutiert wurden und immer noch werden: Ehe für alle, Sterbehilfe, Religions- und Ethikunterricht. „Hier haben Christen der CDU Hamburg oft eine ganz andere Meinung als wir in Baden-Württemberg“, betonte Kurtz. Es sei wichtig, dass gläubige Menschen eine starke Stimme in der Politik erheben würden: „Das stärkt den Zusammenhalt unserer Gesellschaft“.
Als weiterer Redner gab Thomas Blenke MdL bei seinem „Heimspiel“ einen Überblick über aktuelle bundes- und landespolitische Themen. Er hoffe sehr darauf, dass die Warterei auf die Regierungsbildung bald ein Ende habe: „So langsam hat man das Gefühl, dass nur noch die CDU überhaupt bereit ist Regierungsverantwortung zu übernehmen.“ Er empfinde es von der SPD als unverantwortlich, einen komplexen Koalitionsvertrag, der über das Schicksal von ganz Deutschland und darüber hinaus entscheide, von jedem einzelnen Mitglied abstimmen zu lassen. „Ich gehe davon aus, dass nur die wenigsten überhaupt die 150 Seiten des Koalitionsvertrags lesen werden.“ Um in der Politik voranzukommen, müsse man kompromissbereit sein. „In Baden-Württemberg müssen wir in der Koalition mit den Grünen auch die eine oder andere Kröte schlucken. Dafür haben wir es aber geschafft, die Polizei im ländlichen Raum personell zu verstärken und wichtige Straßen im Landkreis wie die von Gechingen zu den Sieben Tannen noch in diesem Jahr zu modernisieren.“
Abschließend moderierte die CDU-Ortsverbandsvorsitzende Ingrid Bauer die Diskussion mit Fragen aus dem Publikum. Sie bedankte sich bei den beiden Rednern mit einer Flasche originalem Gin der noch jungen „Gechinger Heckengäu-Brennerei“.