Ein Thema, das Christdemokraten in der ganzen Republik beschäftigt, sorgte auch bei der CDU in Wildberg für intensive Debatten: Wer soll die CDU in Zukunft führen? In der Schäferlaufstadt ist die Meinungslage in dieser Frage recht eindeutig. Aber auch kommunale Themen standen auf der Agenda des gut besuchten Stammtisches.

Wildberg. Nicht nur Mitglieder, sondern auch einige andere Interessenten aus der Bevölkerung besuchten den Stammtisch der CDU, der einem Austausch auch mit Nichtmitgliedern diente. Die Altersspannweite ging dabei von Ende 20 bis Anfang 80; unterschiedlichste Berufe wie Doktoranden, Unternehmer oder Polizisten waren vertreten. Ein Grund hierfür war die Diskussion um den zukünftigen Bundesvorsitzenden.

Gedanken zur Zukunft des Gültlinger Sees

Das gewünschte Anforderungsprofil ist aus Sicht der Wildberger Christdemokraten dabei klar: Es soll eine Person sein mit Charisma, die klar das Profil der CDU erkennbar macht und die gleichzeitig in die Mitte ausstrahlt. Viele sprachen sich in der Runde deswegen für Friedrich Merz aus, aber auch einige für Annegret Kramp-Karrenbauer.

Rosemarie Röhm-Frenzel, die sowohl Stadtverbandsvorsitzende als auch Delegierte zum Bundesparteitag ist, konnte somit viele Eindrücke einsammeln. "Ich bin dankbar dafür, dass ich so viele Meinungen auch aus der Bürgerschaft bekomme", so die Stadtverbandsvorsitzende.

Hauptpunkt des Stammtisches war allerdings die Kommunalpolitik. Hierbei wurde diskutiert, wie man in Zukunft besser mit dem Bürger kommunizieren kann und auch mit welchen Mitteln. Der frischgewählte CDU-Internetreferent Timo Kaiser plädierte dafür, auch die sozialen Medien einzubeziehen.

Die anwesenden Gemeinderäte berichteten über Erfolge, so etwa die Stärkung der Innenentwicklung der Ortskerne in Gültlingen, Schönbronn und Sulz im Rahmen der Städtebauförderung des Landes. Das Resultat lasse sich sehen, und ohne die Zuschüsse des Landes wären diese Maßnahmen nicht umsetzbar, so Gemeinderat Gerhard Ostertag.

Als weiteres Ziel wurde angegeben das Gemeinschaftsgefühl zu stärken. Es müssten auch Events jenseits des Schäferlaufs gefördert werden. So sprachen sich mehrere Stimmen aus, die Vereine zu Beiträgen beim Weihnachtmarkt zu motivieren.

Ein Bürger beäugte kritisch, dass Honorare für Architekten- und Ingenieursdienstleistungen in Bezug auf das Abwassermanagement nicht angemessen seien. Bei der Ausschreibung gebe es Opti­-mierungspotenzial. Dies könnte auch die Gebühren senken – trotz ungünstiger Topographie. Aus der Mitte der Anwesenden wurde darauf hingewiesen, dass eine zügige Erledigung von Anfragen durch die Verwaltung hin und wieder zu wünschen übrig lasse. Die Gemeinderäte entgegneten, dass dies auch mit personellen Umbrüchen zu tun hatte. Schlussendlich wurde auch angestoßen, sich Gedanken um die Zukunft des Gültlinger Sees zu machen. Dieser sei zu schön, um ihn einfach verwildern zu lassen.

Einige Gäste ließen sich bei dieser Gelegenheit ermuntern, sich als Kandidat für den Gemeinderat aufzustellen zu lassen. "Kommunalpolitik braucht Geduld und Kompromisse – aber schlussendlich ist es toll mitzugestalten", berichtete die CDU-Gemeinderätin Margit Gärtner.

« Stadtverband diskutiert richtigen Kurs